Über

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Auch mit kleinen Dingen kann man etwas verändern, davon bin ich überzeugt, sonst könnte ich nicht jeden Morgen aufstehen und mit einer positiven Einstellung in die Welt rauslaufen. Ja, ich weiß, dass aus meiner Steckdose nicht nur Strom aus erneuerbaren Energien kommt, auch wenn ich bei einem Ökostrom-Anbieter unterschrieben habe. Und ja, mit Bioprodukten wird gewiss auch viel Schindluder getrieben. Biogurken in Plastikverpackung, um sie von konventionellen zu unterscheiden, ist ein ziemlicher Irrsinn. Solaranlagen verbrauchen oft in der Herstellung mehr Wasser und Energie, als sie in ihrer gesamten Lebensdauer erbringen können. Das alles ist frustrierend, hält mich aber nicht davon ab, Ökostrom zu beziehen und im Biosupermarkt einzukaufen. Denn irgendwo muss man ja anfangen und mit seinen Entscheidungen zumindest schon mal die Richtung weisen, in die es gehen soll.

Trend zu achtsamerem Konsumverhalten

Denn auch, wenn im Moment vielleicht die Welt noch nicht so ist, wie ich sie mir wünsche, gibt es doch seit einigen Jahren einen Wandel. Es wird weniger Fleisch gegessen; Menschen informieren sich auf der Greenpeace-Seite über überfischte Arten und kaufen andere; vegan ist trendy und somit finden sich inzwischen fast überall vegane Produkte und Restaurants. Die Sensibilität für die Ausbeutung von Tieren steigt und immer mehr Menschen schauen nicht mehr weg, wenn sie unangenehme Bilder aus Massentierhaltungsbetrieben sehen, sondern ziehen daraus ihre Konsequenzen.

Genauso verhält es sich mit Mode. Mütter wollen keine giftige Chemie in der Babykleidung haben und niemand möchte dafür verantwortlich sein, dass Menschen ihre Gesundheit und ihr Leben riskieren, damit wir eine schicke Jeans im used look tragen können. Organisch und fair produzierte Kleidung ist angesagt und das nicht nur bei Ökos.

Jeder Wandel stößt erstmal auf Widerstand

Wie bei jeder Veränderung gibt es auch die Gegenbewegung, den panischen Protest. Darum ploppen zum Beispiel plötzlich überall Primark-Kaufhäuser auf und im Büro bilden sich Mett-Liebhaber-Gruppen oder im Freundeskreis wird gemeinsam „gewurstet“. Es gibt immer diejenigen, die lieber alles so lassen möchten, wie es ist. „Das ist schon immer so gewesen“ hat sicher jeder Veganer schon häufiger als „Argument“ für den Fleischverzehr gehört. Aber: „Evolution beruht darauf, dass eben nicht alles bleibt, wie es war. Evolution ist nicht Stillstand und Festhalten am Alten, sondern das genaue Gegenteil. Evolution bedeutet Weiterentwicklung, Wandlung, die Suche nach neuen Wegen und Strategien.“ (Clemens G. Array, Autor des Buches „Der Biophilia-Effekt“).

Ich kann die Welt vielleicht nicht allein aus den Angeln heben, aber mein Leben kann einen Unterschied machen.