Ein Fleischfresser und eine Veganerin fahren im Wohnmobil durch Europa ….

Seit sechs Moonaten bin ich mit meinem Freund Uli und unserem Hund Pepito im Wohnmobil unterwegs durch Europa. Er ist Allesfresser, der Hund hat einen kranken Magen und ich bin Veganerin. Hört sich komplizierter an als es tatsächlich ist.

Was klingt wie der Anfang eines Witzes, hat viele unserer Freunde tatsächlich sehr amüsiert, als sie sich vorgestellt haben, wie das wohl funktionieren soll mit uns beiden und dem Essen. Seit frühester Kindheit ernähre ich mich vegetarisch und seit einigen Jahren vegan, also ohne Lebensmittel in denen tierische Produkte enthalten sind. Unterwegs bin ich jetzt aber mit einem Allesfresser, der außerdem einen so robusten Magen hat, dass er problemlos zwei Staffeln im Dschungelcamp überstehen könnte.

Da ich nie total dogmatisch in meiner veganen Ernährungsweise war, hatte ich mir vor der Reise überlegt, dass ich doch wieder Käse und Sahne essen würde, da ich mir das ganz schön kompliziert vorgestellt hatte, mit Uli Kompromisse beim Kochen zu finden. Besonders, da die Auswahl an Gerichten die man im Wohnmobil kochen kann, eh schon eingeschränkt ist. Dazu kam dann noch die Überlegung, dass wir ja als erstes hoch in den Norden gefahren sind und ich mir keine großen Hoffnungen gemacht habe, auf Höhe des Nordkaps veganen Käse oder Sojasahne zu finden.

Bauchweh durch Milchprodukte

Das Dumme war nur, dass mein Magen die Milchprodukte nicht mehr vertragen hat und ich die ganze Zeit Bauchschmerzen hatte. Ich dachte, mein Körper muss sich da nur wieder dran gewöhnen, aber es wurde nicht besser, sondern nur immer schlimmer. Nach ein paar Monaten habe ich dann eingesehen, dass es keinen Sinn hat und es mir einfach die ganze Zeit nicht gut geht und ich mich unwohl fühle. Dazu kam ja ohnehin auch die moralische Klemme, in die ich mich damit gebracht hatte, denn ich habe ja damals aus ethischen Überzeugungen zu einer veganen Ernährung gewechselt.

Überall in Europa findet man vegane Produkte

Jetzt ernähre ich mich also wieder ausschließlich vegan und mein Magen und mein Gewissen sind glücklich und zufrieden. Tatsächlich ist es auch kein großes Problem für uns im Alltag. Wir sind zwar nicht unbedingt die passioniertesten und kreativsten Hobbyköche, aber wir werden immer besser und vor allem erfinderischer. Außerdem gab es bisher selbst im Tante Emma-Laden des entlegensten, winzigsten Dörfchen in Finnland vegane Produkte. Meist nicht viele, aber die Hafermilch für meinen heißgeliebten morgendlichen Milchkaffee habe ich bislang noch überall bekommen. Mandelmilch, Reismilch und Sojamilch gibt es eigentlich immer. Häufig noch mehr Produkte, vor allem von alpro, wie Schoko- und Vanillepudding oder Kakao. Vegane Brotaufstriche und Bratlinge sind schon seltener, habe ich aber auch an Orten gefunden, an denen ich damit nicht gerechnet hatte, wie im norwegischen Trondheim oder in einem Lidl in Polen. Sehr viel schwieriger zu bekommen waren Tofu oder Seitan und ähnliches. Ganz selten habe ich mal Tofu in Norwegen gefunden, aber das war dann unglaublich teuer.

Traditionelle Landesküche ist oft unbeabsichtigt vegan

Wenn man länger in einem Land ist und sich ein bisschen mit der Landesküche auseinandersetzt, entdeckt man aber häufig viele landestypische Gerichte die vegan sind. Oft sind das traditionelle und daher überall anzutreffende Gerichte, die fleischlos sind, weil Fleisch früher viel weniger erschwinglich war. Oft hat es aber auch religiöse Hintergründe, da die jeweilige Religion längere Fastenzeiten vorsieht, in denen Fleisch verboten ist und sich daraus eine Vielfalt an vegetarischen Gerichten etabliert hat, die meist auch vegan sind.

Und dann kann man ja die meisten Gerichte sehr leicht vegan machen, indem man zum Beispiel Sahne gegen Sojasahne austauscht, Käse gegen veganen Käse, Hackfleisch gegen Sojahack oder indem man einfach die Eier weglässt, was sehr oft dem Essen keinen Abbruch tut.

Selbst in Griechenland gibt es veganen Käse im Supermarkt

Hier in Griechenland haben wir auch schon einige vegane Produkte, wie Milchalternativen, Sojasahne, veganen Käse und Sojahack gefunden. Vor allem aber haben wir uns mal ein bisschen mit der griechischen Küche beschäftigt und festgestellt, dass hier sehr viel von Natur aus vegan ist. Die Griechen scheinen zum Beispiel sehr auf Blätterteig zu stehen, der mit allem Möglichen gefüllt ist und manchmal eben zum Beispiel auch nur mit Spinat. Hier wird viel mit Kartoffeln, Bohnen Okraschoten und Auberginen gekocht. Oft einfach in viel Olivenöl angebraten oder in Tomatensauce gekocht. Auch das traditionelle Moussaka haben wir schon in einer veganen Variante zubereitet, indem wir einfach das Hackfleisch gegen Sojahack ausgetauscht haben. Super lecker!

Brotaufstriche machen wir inzwischen meist selbst, zum Beispiel verschiedene Humus-Varianten. Das geht total einfach, ist sehr lecker, gesund und auch günstiger als im Laden.

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