Menstruationstasse – Ein Segen oder voll eklig?

Für alle (Frauen), die sich mit Nachhaltigkeit beschäftigen, ist die Menstruationstasse vermutlich ein alter Hut. Da ich im Freundes- und Kollegenkreis aber weiterhin darauf angesprochen werde, möchte ich gerne nochmal die wichtigsten Informationen zusammentragen und meine persönliche Erfahrung weitergeben.

Als ich vor ungefähr eineinhalb Jahren zum ersten Mal davon gehört habe, war ich begeistert von der Idee und hab mir sofort eine Menstasse bestellt. Seither verwende ich sie extrem zufrieden und möchte nie mehr auf Tampons zurückgreifen müssen.

Als das Thema durch die Medien ging, konnte ich jedoch sehr unterschiedliche Reaktionen bei meinen Kollegen verzeichnen. Die meisten fanden die Vorstellung eklig, weil unhygienisch und unpraktikabel. Ich konnte das gar nicht nachvollziehen und erkläre es mir damit, dass sie nicht genug darüber wussten.

Unterwegs entleeren

Zum Beispiel kam immer recht schnell die Überlegung auf, wie das Ausleeren auf einer öffentlichen Toilette, wie beispielsweise im Büro, von statten gehen sollte, da man die Menstasse da ja schlecht auswaschen kann. Dazu sei erstmal gesagt, dass wir Frauen während der Periode ja nicht literweise Blut verlieren, sondern lediglich etwa 60-80 Milliliter. – Das ist weniger als eine Tasse voll. Der Cup muss also nicht so häufig geleert werden und kann auch problemlos bis zu zwölf Stunden getragen werden. Hierdurch lassen sich meistens unkomfortable Situationen vermeiden und man kann den Cup Zuhause ausleeren. Durch den leichten Unterdruck, den die Menstasse erzeugt, hält sie auch völlig dicht, selbst wenn sie einmal tatsächlich voll sein sollte. Wenn man doch mal nicht umhin kommt, den Cup auf einer öffentlichen Toilette entleeren zu müssen, kann man ihn prima mit dafür geeigneten Feuchttüchern reinigen. Aber wie gesagt: ich bin noch nie in diese Situation gekommen.

 

Reinigen und Einsetzen

Menstasse1

Die Menstruationstasse von „Me Luna“ gibt es in drei verschiedenen Größen.

Hergestellt sind die kleinen Becher gewöhnlich aus medizinischem Silikon. Hier haftet nichts an und es bleiben keine Bakterien zurück. Reinigen kann man den Cup mit warmem Wasser und PH-neutraler Seife und am Ende der Periode, oder auch zwischendurch, koche ich den Cup mehrere Minuten lang ab, bevor er wieder für einen Monat in seinem Behältnis verschwindet.

Um den Cup einzusetzen, wird er gefaltet, damit er schmaler ist. Am Anfang ist es etwas ungewohnt, aber nach dem zweiten Mal hat man den Dreh raus und die Handhabe ist genau so einfach, wie mit Tampons.

Vorteile gegenüber anderen Hygieneprodukten

Die Vorteile gegenüber Tampons und Binden sind vielfältig. Das für mich wichtigste Argument für den Cup und gegen Tampons, war, dass Tampons chemische Bleichmittel enthalten, die im Verdacht stehen, Gebärmutterhalskrebs auszulösen.

An zweiter Stelle steht die Müllvermeidung. Den Cup kann man etliche Jahre benutzen, wenn man ihn vernünftig pflegt. Überlegt euch mal, was für Berge an Müll wir monatlich allein an Hygieneprodukten dadurch vermeiden können.

An dritter Stelle kommt für mich der Komfort. Den Cup kann ich im Alltag komplett vergessen, was mir mit Tampons nie gelungen ist. Die dämlichen Dinger saßen irgendwie nie richtig, haben alles ausgetrocknet und dieser blöde Faden hat mich wahnsinnig genervt. Außerdem musste man sie häufig wechseln und konnte nie sicher sein, dass sie auch wirklich dicht halten. Den Cup setze ich morgens ein und habe ihn schon direkt danach vergessen. Er sitzt perfekt, ich spüre ihn nicht und muss mir den Tag über einfach keine weiteren Gedanken darum machen.

Zuletzt sei noch die Kostenersparnis erwähnt. Die Menstasse gibt es von verschiedenen Firmen, in verschiedenen Preisklassen. Mein DivaCup hat etwa 20 Euro gekostet und ist bereits eineinhalb Jahre in Gebrauch. Inzwischen kann man bereits bei dm einen Cup von „Me Luna“ für 15,95 kaufen. Ich brauche euch ja nicht vorzurechnen, was ihr dagegen monatlich an Tampons und Slipeinlagen ausgebt.

Die Vorteile noch einmal kurz zusammengefasst:

• keine krebserregenden Chemikalien
• keine Müllproduktion und daher gut für die Umwelt
• großer Tragekomfort
• sehr kostensparend

Ich kann die Menstruationstasse wirklich nur empfehlen. Es gibt sie auch in unterschiedlichen Größen, so dass ganz bestimmt für jede Frau die passende dabei ist.

Solltet ihr noch Fragen haben, schreibt mir gerne.

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