Trend Raw Food – Welches Gemüse sollte man nicht roh essen?

Rohkost-Ernährung liegt im Trend. Das Prinzip fand ich sehr einleuchtend, denn je weniger Obst und Gemüse weiterverarbeitet wird, desto mehr Vitamine und Mineralstoffe sind noch enthalten. Außerdem kam der Gedanke, keine aufwendige Zubereitung mehr zu haben, meiner Bequemlichkeit sehr entgegen. Daher habe ich mich ein bisschen mit Raw Food beschäftigt und einige Rezepte ausprobiert. Da kamen wirklich überraschend leckere Sachen bei rum! Einiges habe ich in meinen Alltag übernommen, aber ganz zur roh-veganen Ernährung werde ich dann doch nicht übergehen. Denn im Winter, wenn man so richtig durchgefroren ist, keine heiße Suppe essen zu dürfen, würde mir extrem fehlen. Selbst wenn da so gar keine Vitamine mehr drin sein sollten, so ist eine heiße Mahlzeit für meine Seele und mein Wohlbefinden oft einfach unverzichtbar.

Viel Planung und Vorbereitung

Davon mal abgesehen, sind die meisten Rezepte dann doch nicht einfacher oder schneller gemacht, da sie häufig viel Vorbereitungszeit, in Form von Einweichen und ähnlichem erfordern. Es ist also Planung gefragt und da bin ich raus, denn ich weiß jetzt nicht, was ich in drei Tagen essen möchte und habe auch keine Lust, mir darüber heute schon Gedanken zu machen.

Nicht gerade energieschonend

Was mich außerdem gestört hat, ist die häufige Verwendung von Dörrautomat und Backofen. Beides wird natürlich auf niedriger Temperatur angewendet, dafür aber gerne mal so zwölf Stunden angelassen. Eine solche Energieverschwendung, dafür, dass ich dann einen alternativen Pizzaboden habe, kann ich mit meinem Gewissen – und meinem Budget für die Stromrechnung – nicht vereinbaren. Zumal ich jetzt auch nicht den Anspruch habe, dass ein Pizzaboden mir viele Nährstoffe liefern muss.

Aber, wie gesagt, einige Ideen und Rezepte finde ich absolut sinnvoll zu übernehmen. Hierbei stellte sich mir dann nur die Frage: Was darf ich überhaupt alles roh essen? Omas Weisheiten waren mir nur vage in Erinnerung und so habe ich eigentlich nur geraten. Das kann allerdings ziemlich unangenehm enden, denn die Natur hält so einige Überraschungen bereit, die für uns Menschen giftig sind.

Auf keinen Fall roh essen solltet ihr:

Grüne Bohnen – Sie enthalten das für uns giftige Eiweiß Phasin, was unsere roten Blutkörperchen verklumpen lässt. Phasin kann Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auslösen. Durch Kochen wird es zerstört und Bohnen sind gut bekömmlich und sehr gesund. Sie sind reich an Magnesium, Eisen, Zink und enthalten besonders viel Kalium.

Kartoffeln – Sie enthalten das Gift Solanin, welches Magenbeschwerden, Erbrechen, Nierenreizungen sowie Brennen im Hals verursachen kann. Durch das Kochen geht das Gift in das Wasser über. In grünen Kartoffeln ist es aber auch nach dem Kochen noch enthalten, weshalb man diese nicht essen oder grüne Stellen großzügig abschneiden sollte.

Aubergine – Sie ist, ebenso wie die Kartoffel, ein Nachtschattengewächs und als solches, enthält auch die Aubergine Solanin. Für sie gilt daher das gleiche wie für die Kartoffel: nur gekocht, gebacken oder gebraten essen und nicht im grünen, unreifen Zustand verzehren.

Rhabarber – Wir verwenden es zwar meist, wie Obst – zum Beispiel für Süßspeisen – , aber Rhabarber zählt zum Gemüse. Rhabarber enthält Oxalsäure, die sich an Mineralstoffe wie Kalzium, Eisen und Magnesium bindet. Da Oxalsäure Kristalle bildet und über die Nieren ausgeschieden wird, kann es Nieren- und Blasensteine verursachen.

Pilze – Ja klar, Pilze sind Pilze und kein Gemüse. Aber wie auch immer: roh solltet ihr nur den Zuchtchampignon verzehren. Alle anderen sind nicht sehr bekömmlich für uns und die Verwechslungsgefahr zu wirklich giftigen Sorten ist ziemlich groß. Geht also lieber kein Risiko ein. (Mehr über das Sammeln von Pilzen erfahrt ihr in meinem Experteninterview.)

Holunder – Gut, okay, Holunder ist auch kein Gemüse… Wegen seiner ätherischen Öle zählt Holunder zu den Heilpflanzen. Es enthält sehr viel Eisen und Vitamin C und ist unheimlich gesund. Aber roh sind selbst reife Holunderbeeren, frisch vom Strauch, giftig und können Erbrechen und Durchfall auslösen. Die Samen der Früchte enthalten giftiges Sambunigrin. Kochen zerstört diesen Stoff.

Zuletzt sei noch darauf hingewiesen, dass Zucchini und Kürbisse zwar roh verzehrt werden können (wenn man das denn will …). Sollten diese allerdings bitter schmecken, ist das ein Hinweis darauf, dass sie Cucurbitacine enthalten. In dem Fall solltet ihr das Gemüse überhaupt nicht essen, da dieses Toxin auch nicht durch Erhitzen zerstört wird. Es kommt hauptsächlich in Zierkürbissen vor und wurde eigentlich aus den essbaren Pflanzen rausgezüchtet. Trotzdem solltet ihr auf Nummer Sicher gehen.

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