Solawi jetzt auch in Köln – So wirst du Teil der Gemüsekoop

Der Wunsch nach frischen, regionalen Lebensmitteln in Bioqualität wird auch unter Städtern seit einigen Jahren immer stärker. Dem versucht man durch Urban Gardening, Schrebergärten, dem Beziehen von Gemüsekisten regionaler Biohöfe oder Projekten wie „Gartenglück“ und ähnlichen, bei denen man eine Ackerparzelle selbst pflegt, gerecht zu werden. Doch ist das kein völlig neuer Gedanke. Bereits in den 80ern gab es die Idee der Solidarischen Landwirtschaft. In anderen Ländern – vor allem zum Beispiel in Frankreich – wird sie auch schon lange, sehr erfolgreich praktiziert, doch hier in Deutschland hat sich das Konzept nie richtig durchgesetzt und es gibt daher nur wenige Beipiele. Dabei ist die Idee gut wie einfach, außerdem noch sehr sozial, nachhaltig und gemeinschaftsfördernd. Sie entspricht also dem Zeitgeist von DIY, Bio, Entschleunigung und vor allem dem Wunsch nach gesunder Ernährung.

dsc_1269

Das Team der Solawi Köln: (v.l.n.r.)  Jona, Salvatore und Katja.

Wie funktioniert Solidarische Landwirtschaft?

Das Prinzip der Solawi ist ein simpler Kreilauf: Eine feste Personengruppe investiert Geld in ein Team professioneller Gärtner und ein Anbaufeld. Das Team baut hier Gemüse an, welches dann wiederum unter den Investoren aufgeteilt wird. Eine regionale Wirtschaftsgemeinschaft also, in der alle gemeinsam mitanpacken und mitentscheiden können und natürlich auch gemeinsam das Risiko tragen. Etwa so wie bei einer Genossenschaft, ist man mit seiner Einlage für ein Anbaujahr Teilhaber und bekommt in der Erntezeit wöchentlich eine bunte Gemüsekiste.

Die Vorteile der Solawi

Die Vorteile liegen auf der Hand: man bekommt erntefrisches Gemüse in bester Bioqualität. Man kennt die Menschen, die für den Anbau verantwortlich sind, hat einen persönlichen Bezug zu ihnen und vielleicht sogar selbst Hand angelegt. „Auch auf dem Feld sind alle willkommen mitzuarbeiten“, erklärt Gärtnerin und Gartentherapeutin Jona, die die Solawi Köln mit leitet. Und als Teil einer autonomen Gemeinschaft ist man frei von Marktdruck und -preisen.

Besser für die Umwelt

Durch die kurzen Transportwege wird kaum CO² produziert und das Gemüse ist ganz besonders frisch. Bei konventionellen Landwirten werden bis zu 30% der Lebensmittel gar nicht verwertet. Das kann bei der Solawi nicht passieren, da alle Lebensmittel aufgeteilt oder gegebenenfalls an Initiativen wie die Tafel oder Foodsharing-Stationen abgegeben werden. – Lebensmittelverschwendung wird also nahezu ausgeschlossen.

Dadurch dass das Anbauteam frei vom Marktdruck ist kann es samenfeste Sorten verwenden, große Fruchtfolgen anbauen, Humus aufbereiten, viele verschiedene Gemüsesorten anbauen und auf künstlichen Dünger verzichten.

dsc_1273kopie

Am 29. November findet die erste Bieterrunde statt.

Die Solawi in Köln

Seit zwei Jahren gibt es die Initiative Gemüsekoop in Köln und jetzt will das Team um Jona, Katja und Salvatore endlich loslegen und 2017 mit dem Anbau beginnen. Am Dienstag, den 29. November findet um 18:00 Uhr in der Alten Feuerwache die Bieterrunde statt. Das bedeutet, dass alle die mitmachen wollen hier ihr Gebot für die wöchentlichen Gemüsekisten abgeben. Es sollten mindestens 120 Leute zusammenkommen, die Ernteanteile erwerben. Bei weniger Mitgliedern wird es zu teuer, bei mehr wird es entsprechend für alle günstiger.

Neben den 400 Euro einmaliger Einlage zu Beginn des Jahres, zahlt man einen monatlichen Beitrag für die Gemüsekiste. Der Richtwert liegt hierfür bei 90 Euro für eine große Kiste (gedacht für 2-4 Personen) und 55 Euro für eine Singlekiste. Da jeder mitmachen können soll, kann man bei der Bieterrunde ein persönliches Gebot abgeben. Wenn man 55 Euro im Monat nicht bezahlen kann, schreibt man zum Beispiel einen niedrigeren Wert auf. Wenn dann andere sagen, sie finden das Projekt so unterstützenswert, dass sie gerne mehr bezahlen, geht die Rechnung am Ende wieder auf.

Die Gemüsekisten werden in der Erntezeit dann in Depots gebracht, die in den einzelnen Stadtteilen verteilt sind. Hier kann sich jeder seine Kiste abholen kommen. Die Depots werden ebenfalls von den Mitgliedern vor Ort selbst verwaltet und gepflegt.

Nochmal kurz zusammengefasst

  • 400 Euro einmalige Zahlung am Anfang des Jahres. (Die gibt es zurück, wenn man nach einem Jahr nicht mehr mitmachen möchte)
  • 55 – 90 Euro monatlich für die wöchentliche Gemüsekiste
  • Am 29.11. zur Bieterrunde kommen und mitmachen

Wie es mit der Solawi Köln weitergeht könnt ihr euch hier anschauen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s